Klinik für Chirurgie und Thoraxchirurgie

PD Dr. med. Paul Schneider, Chefarzt der Klinik für Chirurgie und Thoraxchirurgie der DRK Kliniken Berlin | Mitte
DRK Kliniken Berlin

4.7 Eitrige Rippenfellentzündung (Pleuraempyem)

Rippenfellentzündungen betreffen die Zellschicht, die die Lunge überzieht und den Brustraum von innen auskleidet.

Im Rahmen einer Lungenentzündung (Pneumonie) kann es zur vermehrten Bildung von Flüssigkeit zwischen Lunge und Rippenfell kommen (Rippenfellentzündung). Diese Flüssigkeit komprimiert die Lunge. Es kann zu Einwanderung von Keimen in diese Flüssigkeit kommen, die sich dann langsam in Eiter verwandelt.

Bei regelrechtem Eiter muss zumindest versucht werden, mit einem Schlauch (Pleuradrainage) den gesamten Erguss aus dem Rippenfellraum zu entleeren. Gelingt dies nicht, besteht die Gefahr, dass die Infektion fortschreitet.

Ausgedehnte, häufig gekammerte Ergüsse können mit Videotechnik thorakoskopisch (minimalinvasiv) operiert werden. Dabei wird über kleine Schnitte zwischen den Rippen mit speziellen Instrumenten der – meist gallertige oder eitrige– Erguss ausgeräumt und so die Lunge wieder zur Ausdehnung gebracht. Der Eingriff ist für die Patienten wenig belastend, weil auf einen großen, schmerzhaften Schnitt verzichtet werden kann.

Ältere Pleuraempyeme müssen nach wie vor offen operiert werden. Um in den Brustkorb zu gelangen, wird ein Schnitt seitlich unter dem Schulterblatt angelegt, der dem Verlauf der Rippen folgt. Um die Lunge wieder vollständig zur Ausdehnung zu bringen, muss ihre Oberfläche von der Schwarte „entfesselt“ werden (Dekortikation).

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4.7.1 weitere Informationen

Rippenfellentzündungen betreffen die Zellschicht, die die Lunge überzieht und den Brustraum von innen auskleidet.