Klinik für Chirurgie und Thoraxchirurgie

PD Dr. med. Paul Schneider, Chefarzt der Klinik für Chirurgie und Thoraxchirurgie der DRK Kliniken Berlin | Mitte
DRK Kliniken Berlin

4.1.1 Lungenkrebs

Lungenkrebs gehört zu den häufigsten und leider auch zu den gefährlichsten Tumorerkrankungen.

Grundlagen

Der Mensch besitzt zwei Lungenflügel. Der rechte Lungenflügel besteht aus drei Lungenlappen, der linke aus zwei. Die Luftröhre (Trachea) teilt sich in die beiden Hauptbronchien auf, die sich wiederum über kleinere Bronchien weiter in die Lungenflügel verästeln.

Gerade beim Lungenkrebs (Bronchialkarzinom, Lungenkarzinom) sind die wesentlichen Ursachen für die Entstehung gut bekannt. Eindeutig an der Spitze steht dabei starkes Zigarettenrauchen. Man weiß heute, dass 20 Zigaretten, 20 Jahre hindurch geraucht, das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken gegenüber Nichtrauchern um ein 60-faches erhöhen.

Man unterscheidet Tumoren, die im Lungenmantel entstehen (25%) und solche, die im zentralen Bronchialsystem entstehen (75%).

Bösartige Lungentumoren können Metastasen (Tochtergeschwülste) setzen. Erste Station sind meist die Lymphknoten innerhalb des Brustkorbs. Weitere Orte, an denen sich häufig Metastasen absetzen, sind die Leber, die Knochen, die Nebennieren und das Gehirn.

Gutartige Lungentumoren sind eher selten.

Operationsverfahren

Die moderne Behandlung ist heute interdisziplinär. Die bedeutet, dass viele Patienten sowohl chemotherapiert, als auch operiert oder bestrahlt werden müssen. Welche Behandlung die beste ist, wird in einer Konferenz mit allen beteiligten Experten diskutiert.

Die operative komplette Entfernung des Tumors bietet die besten Chancen auf eine Heilung.

Ziel der Operation ist es, den Tumor mit einem Sicherheitsabstand gesunden Gewebes zu entfernen. Zusätzlich werden die regionalen Lymphknoten der Lunge entfernt. In der Regel erfordert dies mindestens die Entfernung eines Lungenlappens. Gelegentlich muss aber auch ein kompletter Lungenflügel entfernt werden.

Wir legen besonders Wert auf die gewebeschonenden Operationen. Das heißt durch besondere chirurgische Techniken (die bronchoplastischen Operationen, sogenannte Manschettenoperationen) gelingt es oft, die Lungenflügelentfernung zu umgehen. Gesundes Lungengewebe bleibt erhalten. Die Lebensqualität im Vergleich zur Lungenflügelentfernung ist dabei besser.

Um in den Brustkorb zu gelangen, wird ein Schnitt seitlich unter dem Schulterblatt angelegt, der dem Verlauf der Rippen folgt. Üblicherweise wird die fünfte und sechste Rippe auseinandergespreizt und so der Zugang zur Brusthöhle geschaffen.

Während der Operation wird durch den Narkosearzt nur die gesunde Lunge beatmet, so dass der Chirurg ein übersichtliches Operationsfeld erhält.

Die Lungengefäße und Bronchien zum tumortragenden Lungenteil werden dargestellt und durchtrennt. So kann der Lungenlappen oder auch der gesamte Lungenflügel entfernt werden.

Abschließend werden Schläuche (Drainagen) in die Brusthöhle eingelegt, die Wundsekret ableiten sollen. Der Brustkorb wird mit Nähten verschlossen.

Operationsdauer

2 bis 4 Stunden